Spende für „ausgezeichnetes“ Projekt

17. September 2019

Die Evonik Stiftung unterstützt das allein durch Spenden finanzierte „RiVer“-Projekt des Sozialdienstes katholischer Frauen Recklinghausen (SkF) und des Caritasverbandes für die Stadt Recklinghausen. „RiVer“ ist eine Abkürzung und steht für „Risiken erkennen – vernetzt handeln“. Konkret geht es um die Begleitung von Kindern, deren Eltern sucht- und/oder psychisch krank sind. Das Projekt wurde von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BGzA) mit dem „Kinder stark machen“- Preis 2019 ausgezeichnet.

Auf dem Tisch in der Mitte des Sitzkreises liegen runde Karten mit unterschiedlichen Gesichtern. Lachende, weinende, wütende Smileys. Die „RiVer“-Kinder greifen danach, eines nach dem anderen. Sie erzählen dabei vom tollen Wochenendausflug oder dass in der Schule ein Klassenkamerad gemein zu einem war. So beginnt jedes Gruppentreffen der „RiVer“-Grundschulkinder. Mädchen und Jungen berichten hier, weil sie zu Hause keinen Zuhörer haben. Die Eltern sind psychisch- oder suchtkrank.

In solchen Situationen bleiben die Bedürfnisse von Kindern oft auf der Strecke. In den Gruppenstunden können die Mädchen und Jungen erzählen, was sie bewegt und worüber sie sich Sorgen machen. Sie spielen, basteln und kochen miteinander, unternehmen Ausflüge, fassen Vertrauen zu den pädagogischen Fachkräften und zu den anderen Kindern. Sie entdecken ihre Stärken und lassen Scham- und Schuldgefühle hinter sich. „Die Kinder können bei uns eine unbeschwerte Zeit verbringen. Sie sind aus ihrem Alltag herausgelöst, in dem sie oft viel Verantwortung übernehmen“, sagt SkF-Sozialarbeiterin Christina Klinkmann.

Derzeit gibt es fünf „RiVer“-Gruppen – eine Gruppe für Vorschulkinder, eine für Grundschulkinder und bei den Jugendlichen eine Gruppe nur für Jungen (ab Klasse fünf) sowie zwei Gruppen ausschließlich für Mädchen. Benötigen die Kinder zwischen den wöchentlichen oder monatlichen Treffen Unterstützung, bieten die Sozialarbeiterinnen Einzelberatungen an.

Gerade die Jugendlichen wälzen Probleme, die sie in ihrem Alter noch nicht haben dürften. Manche kümmern sich um das Mittagessen oder organisieren andere wichtige Termine der Familie. „Sie übernehmen Aufgaben der Erwachsenen. In der Pubertät sollten eigentlich andere Dinge im Vordergrund stehen“, sagt SkF-Sozialarbeiterin Christina Klinkmann. Grundschulkinder behalten ihren persönlichen Kummer für sich, weil sie spüren, dass die Eltern genug Probleme mit sich selbst haben. In den Gruppenstunden von „RiVer“ entdecken sie, mit diesem Schicksal nicht allein zu sein.

„Ein Schwerpunkt der Evonik Stiftung sind soziale Projekte und Bildungsprojekte für benachteiligte Kinder und Jugendliche“, berichtet Dr. Heike Bergandt, Geschäftsführerin der Evonik Stiftung. „Ihr Engagement für Kinder suchterkrankter oder psychisch erkrankter Eltern kommt in besonderem Maße jungen Menschen zugute, die auf Hilfe und Schutz angewiesen sind. Daher freuen wir uns, das Projekt zu unterstützen.“

„RiVer“ ist auf diese Hilfe angewiesen, denn es finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Nur so sind insbesondere Ausflüge zur Bauspielfarm und Kochaktionen möglich.

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