Evonik Stipendien

Evonik Stipendium

Das Evonik Stipendium fördert ausschließlich naturwissenschaftliche Abschlussarbeiten (Masterarbeiten, Promotionen, Postdoc). Unsere Förderung verstehen wir dabei als eine inhaltliche und persönliche Betreuung. Unser Ziel ist es, talentierte Nachwuchswissenschaftler zu unterstützen. Stipendien werden nur im Rahmen des jährlich festgelegten Förderschwerpunktes vergeben.

Für 2017 haben wir folgende Förderschwerpunkte festgelegt:

Advanced Materials / Materialwissenschaften / Kunststoffe

  • 3D-Druck / Additive Fertigungsverfahren
  • Membrantechnologien
  • Materialien für den Leichtbau
  • Tribologie-Materialien / Materialien für die Reibungsverminderung

Bewerbungsfrist ist der 28. Februar 2017. Bitte beachten Sie unser Bewerbungsverfahren.


Voraussetzungen für eine Bewerbung

Voraussetzung für die Vergabe eines Stipendiums ist:

  • Ihr Forschungsvorhaben muss in der thematischen Ausrichtung mit unserem jährlichen Forschungsschwerpunkt übereinstimmen.
  • Ihre wissenschaftliche Forschung erfolgt in einem renommierten, chemisch orientierten Arbeitskreis an einer deutschen Universität oder an einer außeruniversitären Forschungseinrichtung.
  • Ihre bisherigen Studienleistungen sind hervorragend.
  • Ihre angestrebte wissenschaftliche Ausbildung kann nicht durch eigene Mittel, Zuschüsse der Eltern oder Dritter ausreichend finanziert werden.

Förderung

Folgende Förderungen bieten wir an:

  • Diplom- und Masterarbeiten: sechs Monate, 250-600 Euro/Monat
  • Promotionen: zwei Jahre (Option auf Verlängerung), 1.400 Euro/Monat
    • Zusätzlich können Anträge zur Anschaffung von Fachliteratur und zum Besuch von wissenschaftlichen Tagungen gestellt werden.
  • Post-doc-Studien: ein Jahr, Fördersumme wird im Einzelfall entschieden
Der Bewerbungsprozess gliedert sich in drei Phasen:

1. Phase:
Sofern Sie der Ansicht sind, dass Sie die unter „Stipendienvergabe“ genannten Voraussetzungen erfüllen, senden Sie uns bitte eine Zusammenfassung Ihres Forschungsvorhabens (maximal eine halbe Seite) ausschließlich per Mail an info@evonik-stiftung.de.
Weitere Unterlagen wie Lebenslauf, Zeugnisse, Motivationsschreiben usw. sind nicht erforderlich. Nach Prüfung Ihrer Forschungsskizze durch ausgewählte Gutachter informieren wir Sie, ob Sie uns eine komplette Bewerbung einreichen können oder senden Ihnen eine Absage.

2. Phase:
Wenn Sie einen positiven Bescheid erhalten, bitten wir um Einreichung folgender Unterlagen:

  • Motivationsschreiben
  • Tabellarischer Lebenslauf mit Bild
  • Thema und Forschungsziel der wissenschaftlichen Arbeit (maximal 10 Seiten) mit folgenden Inhalten:
    • Einleitung mit Stand der Forschung
    • Zusammenfassung und Forschungsziele
    • Geplante Experimente
    • Zeitplan
  • Abiturzeugnis
  • Zeugnis: Vordiplom/Hauptdiplom oder Staatsexamen oder Bachelor/Master
  • Gutachten des Betreuers (per Post)
  • Ausgefüllter Fragebogen

Wir nehmen Ihre Bewerbungsunterlagen ausschließlich per Mail an info@evonik-stiftung.de.

Nach Einsendeschluss werden nur vollständige Bewerbungsunterlagen berücksichtigt.

3. Phase:
Nach dem Abgabetermin prüfen wir Ihre Unterlagen und werden eine Auswahl von Bewerbern zu einem Interview einladen. Dort geben wir Ihnen die Gelegenheit, einem Expertenteam Ihr Forschungsthema zu präsentieren.
Im Anschluss daran werden wir Sie zeitnah informieren, ob wir Ihren Antrag auf ein Stipendium dem Stiftungsvorstand zur Zustimmung vorgelegen.

Zu Ehren von Dr. Werner Schwarze vergibt die Evonik Stiftung jedes Jahr ein Stipendium im Bereich der Aminosäureforschung. Dr. Werner Schwarze hat sich durch seine bis heute maßgebenden Forschungsleistungen verdient gemacht und wird in der wissenschaftlichen Literatur als „genialer Synthetiker“ gewürdigt.

Für das Bewerbungsverfahren für ein Werner Schwarze Stipendium gelten die gleichen Kriterien wie für das Stipendium der Evonik Stiftung.
Es gibt jedoch keinen jährlich wechselnden Schwerpunkt.

Werner Schwarze
Dr. Werner Schwarze, 1913 in Marl-Hüls geboren, gilt als einer der bedeutendsten Forscher auf dem Feld der Aminosäuren. Er studierte Chemie in München, wo er mit 24 Jahren bei Nobelpreisträger Heinrich Otto Wieland in der Naturstoffchemie promovierte. Ende 1940 trat er in die Degussa – einer Vorgängergesellschaft der Evonik Industries AG – ein.

Im Rahmen seiner Forschungsarbeiten befasste sich Werner Schwarze sehr bald mit der Synthese von Aminosäuren. 1946/47 entwickelte er gemeinsam mit den Degussa Chemikern Hermann Schulz und Hans Wagner erfolgreich eine technisch durchführbare Synthese der schwefelhaltigen Aminosäure Methionin. Bereits ein Jahr später konnte die Pilotanlage nach dem Schwarze-Verfahren betrieben werden.

Mit Beginn der 1950er Jahre gewann Methionin als Zusatz für Tierfutter rasant an Bedeutung: Amerikanische Forscher hatten nachgewiesen, dass sich der Proteinbaustein positiv auf die Legetätigkeit von Hühnern auswirkt. Damit war eines der bis heute erfolgreichsten Arbeitsgebiete der Evonik geboren.

Der Name Werner Schwarze ist untrennbar mit den Aminosäuren Tryptophan, Threonin, Serin, Cystein, Valin und Lanthionin verbunden. Auch auf anderen Gebieten forschte der begabte und kreative Chemiker erfolgreich: Unter den zahlreichen Triazinderivaten, die er synthetisierte, avancierte beispielsweise das Produkt Cyanazin als Bladex® zum erfolgreichsten Herbizid der Firma Shell.

Dr. Werner Schwarze, der im Juli 1978 in den Ruhestand trat und auch anschließend noch als Wissenschaftler und Forscher am Standort Hanau-Wolfgang arbeitete, verstarb am 18. März 2007 im Alter von 93 Jahren.